Stoffservietten sind schnell genäht | mit Anleitung

 

Titelbild Stoffservietten

Hallo!

Stoffservietten sind heute hier das Thema. Selbst genäht versteht sich. Mir ist klar, dass das nicht jedermanns Sache ist, denn schließlich muss man die auch waschen und bügeln, während man die kratzigen Zelluloselappen einfach entsorgt. Es ist ja nicht so, dass ich die nicht auch hin und wieder verwende. Ich habe sogar ziemlich viele davon. Immer mal wieder kriegt man welche geschenkt und wenn ein Motiv besonders gut zum Anlass passt, dann kommen die schon mal auf den Tisch.

Saubere Sache

Allerdings finde ich Stoffservietten viel angenehmer. Sie fühlen sich einfach besser an und es ist auch nicht so, dass man immer die ganze Schnute voller Tomatensauce hat, die man dann großflächig an die Stoffserviette schmiert. In der Regel isst man ja recht zivilisiert und tupft sich ein bisschen den Mund ab. Also braucht man auch nicht alle 5 Minuten eine neue Serviette. Ich benutze meine im Alltag schon mal 2-3 Tage, wenn ich sie nicht doch aus irgendeinem Grund total eingesaut haben sollte. Und anschließend kommen sie dann einfach mit in die Buntwäsche.

Stoffservietten oder die aus Papier?

Ob man sich für die Stoff- oder die Papiervariante entscheidet, ist wohl auch ein bisschen davon abhängig, welcher Typ man ist. Gehörst du eher zu den Leuten, die am liebsten fluchtartig ihr Zuhause verlassen und ständig unterwegs sind, die halbe Welt schon bereist haben und denen es gar nicht wichtig ist, wie es daheim aussieht – schließlich wohnt man da ja nur? Oder bist du eher von der Sorte, die gerne zuhause ist, es sich gern richtig schön macht und einen entspannten Tag daheim so richtig genießen kann? Ich bin ganz eindeutig Sorte 2 – kein Stubenhocker, aber eben gern daheim. Und mir ist es total wichtig, dass es sauber, ordentlich und gemütlich bei mir ist. Das ist wohl auch der Grund, dass ich schon so einiges für daheim genäht habe. Und am liebsten mag ich meine bunten Stoffservietten. Die sind schnell genäht und oft hat man noch ein Stück Stoff übrig, mit dem man nicht mehr viel anfangen kann. Ich sag’s dir, eine Serviette geht immer. Und ich investiere gerne das bisschen Zeit, um die Servietten zu bügeln.

Alles ist möglich

Versteh mich bitte nicht falsch. Ich möchte hier gar keine Diskussion in die eine oder andere Richtung lostreten und womöglich noch den Weltfrieden gefährden. Soll jeder für sich entscheiden, wie er das handhabt und warum. Wenn du Stoffservietten auch magst und einfach noch nicht daran gedacht hast, dass du dir ja einfach mal ein paar nähen könntest, kommt jetzt der Mitschnitt, wie ich das mache. 

Schnelle Anleitung mit vielen Bildern

Meine Stoffservietten werden final 36 x 36 cm groß. 50 x 50 cm ist das eigentlich übliche Maß, doch mir für den Alltag zu groß. Das wäre eher etwas für eine feierliche Tafel zu Weihnachten. Ich schneide sie aus angenehm weicher Webware in der Größe 40 x 40 cm zu. 

Falten & Bügeln

Zunächst werden die Kanten an jeder Seite um 2 cm umgebügelt.

Ränder umbügeln

Beim Bügeln hast du bestimmt schon bemerkt, dass sich bei den überlappenden Ecken ganz schön viel Stoff ansammelt. Damit das nicht so dick wird, nähe ich nicht einfach die gebügelten Ränder fest sondern falte auch die Ecken entsprechend, damit stabile Ecken entstehen – allerdings nicht im Sinne von klassischen Briefecken.

Falte die gebügelten Ränder wieder auf und klappe die Ecken so um, dass der Bügelfalz der Ecke auf einer Linie mit dem der Ränder liegt. Dann die Ecken bügeln.

Ecken falten Nahaufnahme

Ecken falten

Falte die gebügelten Ecken wieder auf und klappe nur die kleine Ecke um. Achte genau darauf, dass du sauber arbeitest, damit das Gesamtergebnis dann auch passt.

Kleine Ecke falten

Nun schlage die Ecke wieder entlang des vorhandenen Bügelfalzes um, so dass sie jetzt doppelt eingeschlagen ist. Wenn du das jetzt nochmal mit dem Bügeleisen fixierst, tust du dir beim Nähen später leichter.

Ecke doppelt falten

Ecken bügeln

Falte die Ränder nun bis zum Bügelfalz (also 1 cm nach innen) und bügle sie.

Ränder doppelt falten

Und dann noch einmal nach innen schlagen – entlang des Bügelfalzes. So entstehen ordentliche Ecken.

Komplett gefaltet und gebügelt

Los geht’s mit der Näherei

Und schon kann genäht werden. Ich bringe dazu eine knappkantige Naht rundherum an.
Tipp: Beginne nicht in der Ecke zu nähen, sondern in der Mitte einer Längsseite, sonst könnte es durch die Verriegelung schwierig werden, die Ecken sauber zu nähen.

außere Naht

Außennaht

Außennaht von der Rückseite

Anschließend nähst du mit einem Abstand von 8-9 mm von der Kante eine zweite Naht. 

Innere Naht

Innere Naht von der Rückseite

Im Prinzip ist die Serviette nun fertig und hat extrem formstabile Ecken, die sich bei meinen vor Ewigkeiten genähten Servietten auch nach jahrelangem Gebrauch und unzähligen Wäschen nicht verzogen haben.
Da ich auf jeder Serviette gerne mein Label anbringen möchte, falte ich sie zunächst in ihre Endposition, um die genaue Labelposition zu ermitteln.

Hübsch falten

Einmal senkrecht mittig falten.

Serviette mittig falten

Noch einmal senkrecht falten.

Serviette 2x gefaltet

Und noch einmal waagrecht.

Serviette Querfaltung

Labelposition bestimmen

Und hier soll mittig das Label drauf. Mit einem Abstand von 3 cm zum unteren Rand.

Labelposition ausmessen

Das Label fixiere ich mit Stylefix, bevor ich es annähe.

Label aufkleben

Nachdem das bei der ersten Serviette erledigt ist, ermittle ich die Labelposition am aufgeklappten Exemplar, damit ich nicht auch alle weiteren Servietten vor dem Nähen falten muss.

Label anbringen

Fertige Serviette Label annähen

Zurück zum Label: Das Label nähe ich ohne Verriegelungsnaht an. Stattdessen lasse ich Anfangs- und Endfäden lang genug, um die Oberfäden mit einer Nadel auf die Rückseite bringen zu können. Dort verknote ich dann die Ober- mit den Unterfäden 2x. Das ist nicht auffällig und auf der Labeloberseite dann umso schöner.

Fertig

Diesmal habe ich vier türkise Servietten aus dem restlichen Dirndlstoff genäht.

vier Servietten

Als Geschenk gebunden waren sie ein prima Mitbringsel für meine Mum, die gerade voll im Türkisfieber ist.

Servietten als Geschenk verpackt

Die restlichen Servietten sind aus allen möglichen bunten Stoffen. Nicht immer gibt es zwei oder mehrere aus dem gleichen Stoff. Ich habe so richtig Reststoffverwertung betrieben.

Die Stoffservietten schicke ich nun zur hauseigenen Linkparty sewing4myhome und wünsche dir viel Spaß beim Nachnähen.

In Kürze zeige ich dir meine Handtücher …

Liebe Grüße
Steffi

1 Kommentar

  1. greenfietsen

    Hey Steffi!
    Eine tolle Anleitung, Schritt für Schritt sehr schön beschrieben. Das lädt doch sofort zum Nachmachen ein. :-D Mit ist noch nie in den Sinn gekommen, Stoffservietten zu verschenken, aber das ist eine super Idee. Danke für die Inspiration! :-)
    Liebe Grüße
    Katharina

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.